Der Befund Zu Beginn stellt Ihr Therapeut Ihnen einige gezielte Fragen. Dadurch erhält er wichtige Hinweise darauf, welche funktionellen Zusammenhänge in Ihrem Körper möglicherweise gestört sind. In der anschließenden Untersuchung identifiziert er die Bereiche, die miteinander in Verbindung stehen und für Ihre Beschwerden relevant sind. Die Behandlung Im ersten Schritt der Behandlung konzentriert sich Ihr Therapeut auf die Wirbelsäule. Sie bildet die zentrale Achse des Körpers und ist entscheidend für das Zusammenspiel aller Gelenke und Bewegungsabläufe. Aus diesem Grund erfolgt die Behandlung zunächst an der Wirbelsäule. Bitte wundern Sie sich daher nicht, wenn die schmerzhafte Region nicht sofort im Mittelpunkt steht. Es ist deshalb möglich, dass Sie nach der ersten Behandlung noch keine unmittelbare Verbesserung verspüren. Sobald die Wirbelsäule wieder gut funktioniert, nähert sich Ihr Therapeut im weiteren Verlauf gezielt der schmerzhaften Region. Das schmerzhafte Gelenk stellt dabei häufig das letzte Glied einer funktionellen Kette dar. Durch den systematischen Aufbau der Behandlung kann ein nachhaltiger und effektiver Behandlungserfolg gewährleistet werden – mit deutlich besseren Ergebnissen als bei rein symptomorientierten Vorgehensweisen.
Ablauf der Behandlung
Allgemeines Schmerz entsteht häufig nicht dort, wo er gespürt wird, weil der menschliche Körper als vernetztes System funktioniert. Störungen in Muskeln, Gelenken oder Nerven können daher Beschwerden an ganz anderen Stellen verursachen. Ziel der FOI-Therapie ist es deshalb, die tatsächliche Ursache zu finden – nicht nur den Ort des Schmerzes zu behandeln. Was ist FOI? Die funktionelle Osteopathie (FOI) geht davon aus, dass alle Gelenke im Körper miteinander verbunden sind. Funktioniert ein Gelenk nicht optimal, kann dies Auswirkungen auf andere Gelenke haben. Schmerzen entstehen daher häufig also nicht dort, wo die eigentliche Ursache liegt, sondern an einer anderen Stelle des Körpers. Man könnte sagen: Sie schalten das Licht ja auch nicht an der Lampe ein, sondern am Schalter. Deshalb sucht Ihr Therapeut nicht nur dort, wo es schmerzt, sondern nach der eigentlichen Ursache – dem „Schalter“, der den Schmerz auslöst. Wo sitzt der Schalter? Der Schalter, der den Schmerz beeinflusst, befindet sich also fast nie direkt in der schmerzhaften Region. Oft liegt er sogar weit entfernt: Ein sogenannter Tennisarm kann entstehen, wenn beispielsweise ein Knie nicht richtig funktioniert. Kopfschmerzen entstehen sehr häufig durch eine Fehlstellung oder Funktionsstörung des Beckens. In vielen Fällen gibt es nicht nur einen einzelnen Schalter, sondern mehrere. Diese stehen jedoch immer in funktionellem Zusammenhang und bilden ein gewisses System - und genau dieses System gilt es zu erkennen, zu untersuchen und gezielt zu behandeln.
Funktionelle Osteopathie und Integration (FOI)
Osteopathie ist mehr als nur Technik – sie ist der achtsame Dialog zwischen Händen, Körper, Ursache und Wirkung. Sie fragt nicht nur „wo es weh tut“, sondern „warum“ und betrachtet dabei den Menschen als Ganzes - nicht als Summe seiner Beschwerden.
Im Rahmen der Behandlung verfolgt der Therapeut drei zentrale Ansätze: Er korrigiert die Stellung der einzelnen Knochen zueinander. Er verbessert die dreidimensionale Beweglichkeit der Gelenke. Er reguliert die Muskelspannung, um funktionelle Spannungen auszugleichen. Gibt es Gegenanzeigen? Nach aktuellem Kenntnisstand bestehen keine klassischen Gegenanzeigen für diese Behandlungsmethode. Die angewendeten Techniken sind sanft, kontrolliert und individuell angepasst, sodass sie für den Körper in der Regel sehr gut verträglich sind. Auch Erkrankungen wie Arthrose oder Bandscheibenvorfälle können im Rahmen der funktionellen Osteopathie positiv beeinflusst werden. Beschwerden, die auf funktionellen Störungen beruhen, lassen sich mit dieser Therapie deshalb gezielt und nachhaltig behandeln.
Was macht Ihr Therapeut?
In manchen Fällen kann es für etwa ein bis zwei Tage zu einem muskelkaterähnlichen Gefühl kommen. Häufig fühlen sich Patientinnen und Patienten insgesamt lockerer und beweglicher, auch wenn sich der Schmerz nicht immer sofort verbessert. Verbessert sich der Schmerz zunächst, kann er nach zwei bis drei Tagen vorübergehend erneut auftreten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Behandlung wirkungslos war. Der Körper benötigt Zeit, um sich an die veränderten funktionellen Bedingungen anzupassen. Gleichzeitig können sich auch andere Beschwerden positiv verändern, zum Beispiel Schlafstörungen, Magenbeschwerden oder Verdauungsprobleme Was kann ich selbst tun, um die Behandlung zu unterstützen? Sie können den Behandlungserfolg aktiv fördern, indem Sie folgende Empfehlungen beachten: Gehen Sie nach jeder Behandlung etwa 15 Minuten spazieren. Vermeiden Sie in den ersten zwei Tagen belastende Sportarten wie Tennis, Joggen oder Golf. Auch körperlich anstrengende Tätigkeiten wie schweres Heben oder Staubsaugen sollten für zwei Tage vermieden werden. Walking oder Nordic Walking sind in dieser Phase ausdrücklich zu empfehlen. Eine gezielte medizinische Trainingstherapie kann den Behandlungserfolg zusätzlich sinnvoll unterstützen.
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